Karlsbrücke, Prager Brücken

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Karlsbrücke, Moldau, Prager Brücken und Inseln

 

 

 

 

 

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Prag hatte bereits seit dem Jahre 1169 seine steinerne Brücke. Damals wurde sie nach der Gemahlin von König Vladislav I. Juditbrücke (Juditin most) genannt. Die Brücke stand etwa an der Stelle der heutigen Karlsbrücke, sie war allerdings niedriger, hatte mehr Brückenbögen und war länger, denn vom Kleinseitner Ufer verlief sie mehr in Richtung Flusslauf. Die Richtung der Achse der Juditbrücke, die von einem Hochwasser weggerissen worden ist (1342), wird bis heute vom Kleinseitner Brückentor (Malostranská mostecká brána) angezeigt. Karel IV. ließ ab 1357 eine neue steinerne Brücke errichten, die Karlsbrücke (Karlův most). Diese steht dank ihrer ausgezeichneten Konstruktion, hinter der man den genialen Peter Parler ahnen kann, bis zum heutigen Tage. Sie ist 520 m lang, 10 m breit und wird von 16 Brückenbögen getragen. Die Brückenpfeiler sind zu Podesten für die bildhauerische Ausschmückung geworden. Gegenwärtig wird die Brücke mit 28 Skulpturen von den besten Bildhauern ihrer Zeit geziert. Die älteste erhalten gebliebene Statue ist der hl. Johannes Nepomuk von Johann Brokoff (1683). Er wurde an der Stelle aufgestellt, an der sein Körper in den Fluss geworfen worden war. Von hier aus verbreitete sich der Kult dieses Heiligen, genauso wie der Brauch, seine Statuen auf Brücken zu errichten. Die Kirchenorden und die Fakultäten der Universität wetteiferten hier um die holdere Verherrlichung ihrer Heiligen. Es arbeiteten für sie u.a. auch M. B. Braun (z. B. die heilige Luitgard aus dem Jahre 1710) und F. M. Brokoff (am bekanntesten sind die heiligen Trinitarier aus dem Jahre 1714). Am gegenüberliegendem Ufer wird die Brücke vom Altstädter Brückenturm (Staroměstská mostecká věž) abgeschlossen, bildhauerisch reich verziert in den 80er Jahren des 14. Jahrhunderts. Der thronende Karel IV., sein Sohn Václav IV. und die Länder, die sie regieren, stehen unter symbolischem Schutz der Landesheiligen.

Wenn wir an das Kleinseitner Ufer zurückkehren, können wir uns die kleine, aber malerische Insel Kampa ansehen. Genauso wie die Kleinseite ist auch diese Insel voller pompöser Palais, schöner Gärten und Parks, aber auch romantischer Winkel, in denen aus den Altprager Sagen bekannte Gespenster hausen.

Die Prager Ufer werden 17 Brücken von insgesamt verbunden. Die älteste und berühmteste Brücke – die Karlsbrücke – ist Glied des Königsweges, während die jüngste Brücke – die Barrandov-Brücke (aus den Jahren 1978–1988) – Bestandteil der südlichen Autobahn-Umgehungsstraße Prags ist. Die höchste Brücke – die Nusle-Brücke – wölbt sich über dem Nusle-Tal in einer Höhe von 43 m.

Am Prager Flusslauf der Moldau sind acht Inseln entstanden. Außer der Kampa ist vor allem die Insel Slovanský ostrov (Slawische Insel, „Žofín“ genannt). Seit 1830 werden hier in einem Restaurant Konzerte und Bälle veranstaltet. U.a. gaben hier Fr. Liszt, H. Berlioz und P. I. Tschaikowsky Konzerte. Die Atmosphäre der Moldau kann man bei einer Fahrt auf den touristischen Dampfschiffen kennen lernen. Die Geübteren können sich einen Prahm ausleihen und die Romantik zwischen den Prager Flusswehren genießen. Man sollte jedoch auf der Hut sein, die durchschnittliche Tiefe des Moldau-Flussbetts liegt bei 2,5 m und die bekanntesten Prager Gespenster – die Wassermänner – könnten durchaus in der Nähe lauern.

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03.10.2007

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